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Erlebnisse mit dem Grabner Speed

Nachdem ich bereits mehrere Schlauchboote (von Zodiac über Wiking, ein japanisches mit 4,3 m und am Schluss ein italienisches Boot mit 3,3 m Länge) gekauft habe und immer wieder von den Fahreigenschaften bereits bei geringem Wellengang enttäuscht wurde, war ich gespannt oder besser gesagt sehr skeptisch wie sich das Speed in den Wellen verhält.

Um es kurz zu machen, das Grabner Speed ist das beste Schlauchboot, das ich je gefahren habe.

Gekauft habe ich das Speed nicht nur wegen meiner Unzufriedenheit mit dem alten Boot, sondern ich dachte mir, wenn es dann auch so schlägt wie das alte Boot, dann kann ich es wenigstens noch auf dem Fluss verwenden. Obwohl das Speeed 4 verschiedene Bootstypen (Kanu, Ruderboot, Motorboot, Segelboot) in sich vereint, zeigt das Schiff erstaunliche Leistungen.

Das Speed als Kanu:

Wir waren mit dem Boot auf der Reuss unterwegs. Dass das Schiff mit uns als Kanuten nicht dorthin fuhr, wo wir hinwollten, war nicht die Schuld des Boots. Nach einem Kurs ging es schon viel besser. Wer vor hat, in langsamen oder stehenden Gewässern grosse Touren zu machen, der braucht Geduld und Kraft. Es gibt bestimmt schnellere (und auch beweglichere) Kanus. Ein Vorteil für uns als Anfänger war, dass das Heck das Boot stabilisiert und wir gingen nie baden (so wie wir das in den Büchern gelesen haben).

Das Speed als Ruderboot:

Auf dem Lago Maggiore konnten wir auch die Ruder ausprobieren. Wer sich die Ruder von anderen Schlauchbooten gewohnt ist, wird überrascht sein, wir schnell und gut sich das Grabner Speed mit Rudern bewegen lässt. Auch hier ist das breite Heck ein Vorteil, weil das Boot stabiler im Wasser liegt.

Das Speed als Motorboot:

Wir haben auf einem See 2 Motoren getestet (wir hatten diese Motoren noch von den anderen Schlauchbooten). Als erstes montierten wir einen 5 PS-Honda-4-Takt-Motor. Beladen mit 2 Erwachsenen und 2 Kindern (7, 9 Jahre) versuchten wir, in Gleitfahrt zu kommen. Der Motor hat es jeweils nach einiger Zeit geschafft aber nur ganz knapp. Der zweite Motor war ein 15 PS-2-Takt-Motor (ich weiss, dass das so nicht vorgesehen ist, aber ich musste mit den vorhandenen Motoren herausfinden, ob es sich "lohnt" noch einen weiteren Motor zu kaufen). Bei diesem Versuch wurde eine Schwachstelle des Bootes überdeutlich (weil der Motor viel zu viel Kraft hat) sichtbar. Das Boot hat die Tendenz, bei kräftigem Schub sich wie eine Banane zu verbiegen; so dass sich der Spitz ins Wasser bohrt und der Mittelteil angehoben wird. Nachdem das Gewicht richtig verteilt wurde, war der scheinbare Mangel behoben. Meine Erfahrung ist es, dass sich die Fahrgäste besser auf einem Kissen auf den Boden (Holzboden) setzen oder der Sitzbänke mit einem Tank oder einer Kiste mit dem Holzboden verbunden werden, damit sich der Boden nicht nach oben durchbiegt.

Nach diesen Versuchen kauften wir einen 8 PS-2-Takt-Motor. Diese Leistung ist notwendig, wenn wir als Familie übers Wasser gleiten wollen. Wenn jemand das Boot alleine nutzt oder 3 leichtere Personen, dann genügt bestimmt auch ein 6-PS-Motor. Wir nutzen das Boot vor allem 2x pro Jahr am Meer als Motorboot und waren gespannt auf das Fahren bei Wellen.

Das Speed lässt sich auch bei Wellen ohne eine Rückenschaden zu riskieren in Gleitfahrt bewegen. Zugegeben, spritzen (und je nach Wind auch ins Boot) tut auch das Speed, aber die Schläge halten sich in Grenzen. Anders als bei den normalen Schauchbooten ist das Speed viel kippeliger (für den Opa ist das Einsteigen vom Strand aus schon eine Herausforderung). Die schlanke Form ist jedoch bezüglich Geschwindigkeit ein Vorteil, weil weniger Kraft nötig ist, um das Boot ins Gleiten zu bringen. Mit unserem Motor (8 PS) habe ich allein eine Spitze von 25 km/h gemessen (mit GPS). Eine gute Reisegeschwindigkeit ist 20 km/h, etwas unter 10 km/h wird das Speed wieder zum Verdränger.

Das Speed als Segelboot:

Das Angebot einer Segelausrüstung war ein weiterer Kaufgrund. Wir haben die Ausrüstung im Sommer im Tessin und in den Herbstferien auf dem Meer gefahren. Ich bin kein Jollensegler, meine Segelerfahrung basiert vor allem auf Segelferien auf Schiffen mit etwas mehr als 10 Metern auf dem Meer.

Das erste Mal haben wir das Boot gemäss Anleitung aufgebaut. Es sind zwar einige Einzelteile, aber es ist zu machen. Auf Wind gewartet und das Boot ins Wasser gelassen - es segelt! Wenn das Speed noch nicht zum Segeln "umgebaut" ist (Löcher im Motorspiegel und im Bodenbrett, sowie das Aufkleben der Halterung für das Grosssegel) empfiehlt es sich, dies bereits zu Hause in Ruhe und mit dem nötigen Werkzeug zu machen. Es wäre wünschenswert, wenn Grabner eine kleine Portion roten Lack mitliefern würde, damit die Stellen im Holz wieder versiegelt werden könnten.

Auf dem Meer sind wir bei leichten Schaumkronen gesegelt. Wer mit dem Speed gegen einem Katamaran oder eine Jolle antreten möchte, hat keine Chance, aber es segelt trotzdem, Ich bin noch am Üben, das Speed ins Gleiten zu bringen, bei raumem Kurs könnte es gelingen. Die Ausleger bremsen das Boot am Wind erheblich, dafür kippt das Boot nicht um. Fällt man etwas ab, ist es möglich, mit Gewichtsverlagerung die Ausleger zu entlasten und das Speed wird schneller.

Nach einigen Stunden auf dem Wasser kann es sein, dass jeder für sich einige Details am Boot anders haben möchte. Wir haben für den Vorwindkurs an den Auslegern Klammern montiert, damit die Fock etwas stabiler stehen bleibt. Auch habe ich den Mastfuss in der hinteren Sitz-Verankerung montiert, so lässt sich die Fock noch etwas dichter nehmen. Bei unserem Boot bleiben die Segellatten hie und da bei den Manövern am Achterstaag hängen, mehr spannen oder ein Stück kürzen wäre die Lösung. Als Familie zu segeln ist eine Herausforderung, weil der Platz doch knapper wird.

Für mich ist jedoch das wichtigste, endlich ein Schlauchmotorboot zu haben, das die Insassen bei Wellen pfleglich behandelt und erst noch auf allen anderen Gewässern gefahren werden kann.