
GRABNER LIVE
NAMIBIA - BOTSWANA - ZIMBABWE

Autor: Detlef Hänseler, D-Kulmbach
Begleiter: Peter Schmölz, Jürgen Eysser, Klaus Weith, Stefan Jürgens, Otmar Walter, Edgar Welz
Dauer: 4 Wochen, ca. 5.000 km
Boot: POWER
Nach einjähriger intensiver Vorbereitung war es endlich
soweit!
Wir acht Männer vom "Abenteuer-Team-Franken" landeten nach zehnstündigem Flug auf dem Flughafen der namibischen Hauptstadt Windhoek. Die Übernahme und das Packen unserer gemieteten Allradfahrzeuge lief wie ein Uhrwerk ab, so dass wir schon nach kurzer Zeit Richtung botswanischer Grenze fuhren. Gegen Abend erreichten wir den Grenzübergang Buitepos und errichteten unser erstes Nachtlager zwischen den Sanddünen der Kalahari.
Fünftausend Kilometer lagen noch vor uns, davon viele Kilometer reine Wildnis!
Obwohl wir schon zwei Abenteuertouren in Namibia unternahmen, war diese Reise für uns alle etwas Besonderes.
Der barbarisch heiße Fußmarsch 1993 durch die Namib-Wüste, oder der Besuch der Himbas nach heftigen Regenfällen im Kaokoland im Jahre 1995, haben unsere Truppe zusammengeschweißt und wichtige Afrikaerfahrung sammeln lassen.

Unsere Ausrüstung war auf dem neuesten Stand und der Wildnis, die wir durchfahren wollten, angepasst. Neben einem Satellitennavigationsgerät zählt auch ein neues Outside-Power- Schlauchboot zu unserer Ausrüstung, das wir auf dem Dach eines unserer Allradfahrzeuge transportierten.
Am nächsten Tag fuhren wir auf gut ausgebauter Straße nach Ghanzi und erreichten gegen Abend das nordbotswanische Städtchen Maun, das Tor zum Okavango-Delta. Natürlich durfte am nächsten Tag ein Rundflug über dieses großartige Naturschauspiel nicht fehlen.
Weiter ging unsere Fahrt in das Moremi-Wildreservat, und zum ersten Mal wurden unsere Fahrzeuge und Fahrer so richtig gefordert. Tiefer Sand ließ nur eine geringe Geschwindigkeit zu, so dass wir erst sehr spät das Camp Xakanaxa erreichten. Schnell wurde unser Kajak zu Wasser gelassen. Durch hohes Schilf bahnten wir uns einen Weg und erlebten auf einer freien Wasserstelle inmitten blühender Seerosen einen unvergesslichen Sonnenuntergang. Unmengen von Vögeln begleiteten mit ihrem Konzert die untergehende Sonne, die die Umgebung in ein feuriges Licht tauchte und große Elefantenherden nahmen ihr abendliches Bad. Lange noch genossen wir am Lagerfeuer diese Idylle, bis ein Flusspferd, das durch unser Lager stampfte und uns in die Dachzelte trieb, unsere Gespräche jäh beendete.
Die nächsten Tage durchquerten wir den Chobe-Nationalpark und erreichten ein weiteres Naturwunder, die Victoria-Wasserälle in Zimbabwe.
Auf dem Campingplatz inmitten dieser lebhaften Stadt trafen wir Abenteuerer aus aller Welt und tauschten bis spät in die Nacht Wildnisinformationen aus.
Weiter ging unsere Reise am Chobe-Fluss entlang und oft benutzten wir unser Boot, um Elefanten, Flusspferde und Krokodile aus nächster Nähe zu beobachten und zu fotografieren.
Es stimmt, rote Grabner-Boote werden von Krokodilen nicht angegriffen, redeten wir uns ständig ein, um unsere Angst vor diesen urzeitlichen Geschöpfen zu überwinden. Mit ruhigen Paddelschlägen erkundeten wir tagelang die reiche Tierwelt dieses großartigen Flusses.
Viel zu früh mussten wir aufbrechen und fuhren über die Ngoma-Bridge in den namibischen Caprivi-Zipfel. Unsere letzte Erkundungstour mit unserem Outside-Power unternahmen wir bei den Popa-Stromschnellen, ehe wir uns auf eine lange Autofahrt Richtung Ovamboland aufmachten.
Zwei Tage später hatten wir, dank unseres Satellitennavigationsgerätes, das Ovamboland nördlich des Etosha-Nationalparks durchquert und erreichten Opuwo, die Hauptstadt des Kaokolandes und die Heimat der zum Teil noch ursprünglich lebenden Himbas.
Tagelang quälten wir uns mit unseren Fahrzeugen, abseits aller Straßen, durch Schluchten und über Berge, um die Nomaden im Norden Namibias in ihrer Ursprünglichkeit kennenlernen zu können. Unsere anstrengenden Fahrten endeten nach Tagen im ehemaligen deutschen Fort Sesfontein, das zu einem kleinen Hotel umgebaut wurde. Es wurde auch höchste Zeit die Zivilisation wieder zu erreichen, denn die Anstrengungen der vergangenen Wochen hatte bei uns und unseren Fahrzeugen Spuren hinterlassen.
Nach ausgiebiger Körper- und Autopflege verließen wir Fort Sesfontein und fuhren durch das Damaraland und die Skelettküste bis zur Meile 108 am Atlantischen Ozean, wo uns kühler Wind und meterhohe Wellen empfingen. Nach einer stürmischen Nacht, was unseren Alkoholkonsum und bestimmt Windstärke 8 betraf, erreichten wir das sehr deutsch geprägte Seebad Swakopmund.
Meine Freunde ließen es sich natürlich nicht nehmen, einen Rundflug über die Namib-Wüste zu unternehmen, den ich wegen meiner permanenten Flugangst ausfallen ließ.
Am nächsten Tag erreichten wir unser letztes Wildnislager auf dieser Tour, das Homeb-Wüstencamp am trockenen Kuiseb-Fluss zwischen Stein- und Sandwüste.
Wir nennen es unser "Seelenreinigungscamp", da hier der beste und ruhigste Platz der Erde ist.
Geradezu ideal, um die ereignisreichen Tourwochen emotional aufzuarbeiten. Durch die Kies-Namib und den Kuiseb-Canon ging unsere staubige Fahrt am nächsten Tag, die uns zur Farm Koireb unseres Freundes Hans Schneider brachte. Natürlich wartete er schon auf uns und verwöhnte uns mit fränkischer Kost, als hätten wir schon Wochen nichts mehr ordentliches zu essen bekommen.
Am nächsten Tag erreichten wir Windhoek, den Ausgangspunkt und das Ende unserer Abenteuertour, glücklich, gesund und zufrieden, wenn auch jeder Teilnehmer ein paar Kilogramm leichter.
Es war ein Traum!
Die reiche afrikanische Tierwelt, die verschiedenen Menschen und Kulturen sowie eine großartige Pflanzenvielfalt hat uns begeistert. Unsere monatelange, intensive Vorbereitung bewährte sich hervorragend. Kein Streit, kein Ärger und keine Missgunst hatte es auf unserer 5.000 Kilometer langen Abenteuertour zwischen uns acht Männern gegeben. Im Gegenteil, diese Tour hat uns noch fester zusammengeschweisst.
Unser Outside-Power Boot hat im Norden Botswanas bei vielen Wildbeobachtungsfahrten seine Feuertaufe bestanden.
Natürlich ist die nächste Afrika-Abenteuer-Tour schon in Planung. Sie führt uns nach Zimbabwe, wo wir den gesamten Kariba-See mit unserem Boot, dann aber möglichst mit einem 8 PS Außenborder durchfahren wollen.
Gerne sind wir vom Abenteuer-Team-Franken bereit, unser Wissen und unsere Logistik interessierten Abenteuerern zur Verfügung zu stellen.


